KitchIch, was ist das bloß und wie spricht man das eigentlich aus?

KitchIch. Kitschisch? Kitschig? KitschItsch?
Okay, ich gebe zu, dass das Wortspiel in meinem Kopf so einfach klang und ich wohl die Anglizismenfreude meiner Follower überschätzt habe. KitchIch ist ein Wortspiel aus Kitch (von Kitchen) und Ich (von Ich).

Die Namensgebung sollte also vereinen, was Sache ist. Meine Küche und Ich. Ich mag meine Küche. Und ich mag mich. Aber genauso, wie ich mich lieber mag, wenn alles funktioniert, fällt es mir auch leichter, singend in der Küche umherzuflitzen, wenn mir alles gelingt, was gelingen soll. Wenn Hefeteige perfekt aufgehen und blubbernd ihr Volumen verdoppeln, wenn Steaks medium aus der Pfanne gehoben werden und beim Anschitt rosig dreinblicken, wenn Buttercreme die richtige Konsistenz hat und einem vor Sweetness fast `nen Zahn zieht, wenn Brotduft die Bude ausfüllt, wenn Schnaps zum mehrfachen Anstoßen verleitet oder wenn zum Beispiel Salat mehr ist als nur Muckifutter.

Nun kommen wir aber nochmal zum Ursprung von KitchIch!
Was ist denn meine Kitch(en) und was ist mein Ich?

Ich versuche mich mal in einer kleinen aber feinen Erläuterung!

Kitch:
Meine Küche. Ein Raum, unabgetrennt von weiteren Räumen wie Esszimmer, Stube (Wohnzimmer) und Flur/Eingangsbereich. Offen. Einladend. Duftleitend. In weißem Hochglanz mit tausenden von Fingertapsen. Ein Ofen (warum genau hat der Küchenbauer mir einen zweiten ausreden können?), ein riesiger Kühlschrank, volle Schränke, ein Herd (warum genau habe ich eigentlich keinen Gasherd, Herr Küchenbauer?), eine Spüle, eine glücklichmachende, paartherapieverhindernde Spülmaschine. Tapete in Fliesenoptik (alt und abgewetzt) an der Wand. Kontrast nennt man das. Funktioniert, wie ich finde. Gewürze stehen in Mamas altem Nähkästchen auf der Fensterbank, daneben eine alte Lampe, auf die selbst meine Schwiegermutter scharf ist. Eine riesige Etagere beherbergt beste Öle, Essige und andere Sößchen. Ach so und wenn ich riesig sage, meine ich riesig. Man kann mir ja nachsagen was man will, aber wenn`s um meine Küche geht, übertreibe ich selten. Und selten heißt häufig. Aber in diesem Fall übertreibe ich nicht.
In meinem Abstellraum (und der gehört quasi zur Küche) befinden sich gefühlt hundert Teller, Kuchenböden, Strohhalme, Gläser, Becher und anderer Tant für ausgefallene Foodfotos. Da fällt einem auch schon mal das ein oder andere „Gerät“ entgegen. Aber hey, das schult auch den Fangreflex. Stellt euch einfach nen Frosch beim Fangen einer Fliege vor. Langsamer, aber so ähnlich, würde ich sagen.
Der Abstellraum beherbergt weiterhin die Maschine für das schwarze Gold (Kaffe meine ich), meine pinke Kitchenaid, den mannshohen Gefrierschrank für Meelpreps und Eiswürfel, die werden nämlich kiloweise für Cocktails verbraucht.
Und wenn ich hier so sitze und verträumt auf meine Küche schaue, erblicke ich noch einen großen Mörser aus Holz, der in Thailand gefertigt wurde und ein Bild meiner kleinen englischen Bulldogge „Lisbeth“. Lisbeth schaut mir häufig persönlich beim Kochen zu, weil sie meint, es könnte ja ein Steak herunterfallen. Und sollte sie mal lieber schlafen oder sch…pielen, betrachtet sie vom Foto aus was ich da so zusammenzaubere.

Ich:
Ich bin Anne. Anne Rosa Berta Hartmann. Und ja, lange war mir dieser Name unendlich peinlich. Aber wisst ihr was? Die Namen stehen für meine verstorbenen Omas. Und das waren richtige Vorbildfrauen. Und kochen konnten die. Mit der modischen Kittelschürze hantierten beide wie Akrobaten in der Küche. Wunden wurden weggepustet und alles was nicht bei drei zurück auf seinem Baum war, wurde eingekocht und im dunklen Keller verstaut. Alles wurde im Handumdrehen organisiert und jammern und „drinsen“ dat gift dat bi us nich.  Also hab ich mich entschieden, die Namen mit Stolz zu tragen – Schmunzeln ist aber offiziell erlaubt, klingt ja auch irgendwie etwas seltsam.
Ich bin 34 Jahre alt und lebe mit meinem Mann im schönen Vechta. Ich mag Vechta wirklich. Hier grüßt man sich mit Moin, hier laufen Erstsemesterstudenten alljährlich mit ihren Eltern durch die Stadt und suchen Copyshops und A- und B-Gebäude, hier wird das Pferd gefeiert, hier gibt`s einen zauberhaften Wochenmarkt, hier wohnen meine Freunde, hier arbeite ich, hier bin ich zuhause.
Ich liebe Bücher, sammele Kochbücher, stöbere gerne auf Flohmärkten, koche irgendwie ständig, probiere einfach alles auf der Suche nach dem perfekten Geschmack, singe gerne und schief, schlafe gerne und exzessiv lange, mag nicht so gerne Alkohol, liebe Wohlfühlzeiten, brauche viel Zeit für mich, lerne total gern neue Menschen kennen, mag Unvoreingenommenheit, kann ohne meine Wärmflasche nicht glücklich sein, bin manchmal ungewollt komisch (so wurde mir gesagt), rede wie ein Wasserfall, müsste seit Jahren mal wieder zum Sport und erfinde mich jeden Tag neu.

Habt ihr nun einen kleinen Einblick von mir bekommen? Ich glaube, in Zukunft gibt es jetzt mal häufiger was von mir und meinen kullinarischen Eigenschaften.

Macht`s gut, esst gut und viel, genießt, probiert herum und freut euch an jedem Moment.

Kitch
Ich       und nicht Kitschisch!

 

3 Gedanken zu „KitchIch, was ist das bloß und wie spricht man das eigentlich aus?

  1. Moin Anne, ich freue mich eine weitere Bloggerin im LK Vechta begrüßen zu dürfen. Ich bin Ludger Freese aus Visbek, Fleischermeister und Blogger seit 2007. Mein Blog heißt „Essen kommen!“ und ich schreibe über alles aus unserem Betrieb. (Heute: Partyservice und Restaurant „Essideen“) Schön, dass Du auch über Essen, Genuss und schönes aus dem Leben schreibst. Freue mich auf ein interessantes Miteinander! LG Ludger

    1. Moin Ludger! Wie schön, dass du auf meinen Blog aufmerksam geworden bist. Ich habe tatsächlich auch schon viel von dir gehört und ein Besuch bei dir in Visbek steht schon seit einiger Zeit auf meinem Plan. Ich komme ganz bestimmt in 2019 bei euch im Laden vorbei! Ich freue mich auch schon auf ein nettes Miteinander – auf ganz bald, Anne von KitchIch

  2. Moin Anne, es würde mich sehr freuen, wenn wir uns zu einem „lokalen Bloggertreffen“ einmal austauschen könnten! Herzlich willkommen. Würde Dein Blog gerne in meinem Blogroll „Am Tisch sitzen“ aufnehmen…ok?

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