Eine Hommage an das Kochbuch

Kochbuch, oh geliebtes Kochbuch!

So oder so ähnlich stehe ich manchmal minutenlang vor meinen geliebten Kochbuchregalen. Ja, RegaleN. Mehrere. Zwei überquellende mannshohe Regale und hier und da im Haus Stapel von weiteren Büchern und Zeitschriften. Ihr meint, weniger ist mehr? Pah, dass kann nur ein Unsüchtiger erfunden haben und zählt für mich ganz bestimmt nicht. Es dürfen bitte immer mehr werden. Denn im Fall akuter Kochbuchsucht ist mehr eben mehr. Viel mehr!

In meinen Schränken reihen sich Alte an Neue, Hübsche an unscheinbar Wirkende, Große an Kleine, Fleischige an Veggies, Heiße an Kalte, Migranten an Ureinwohner und Bunte an Schriftspartaniker.

Und ich liebe sie alle. Wirklich alle? Ja, ok. Wenn ich mich zwischen der Rezeptsammlung der „Brigitte“ aus den 80ern und einem richtigen Knaller (z.B. ein selbstgeschriebenes Kochbuch von 1920) entscheiden müsste, würde ich wohl das Alte, Runzlige mit Charakter und eigentümlichem Geruch wählen. Und versinken. Versinken in längst vergessenen Begrifflichkeiten und Vorgehensweisen. Untentschieden, welches Gericht ich schnellstmöglich nachkochen werde. Wie ich dem Gericht KitchIchCharakter verleihe, ohne dem alten Gericht seine Einzigartigkeit zu nehmen.

Was noch?
Meine Kochbücher leben. Ersnthaft. Ihr werdet bei mir kein Kochbuch entdecken, dass noch aussieht, als wäre es nicht durchforstet und bekocht worden. Meine Kochbücher liegen im Einsatz zwischen den heißen und spritzenden Töpfen und Pfannen. Wo auch sonst? Hinter Glas oder in Sicherheitsabstand? Quatsch! Überall Postits, wo Gerichte bereits probiert wurden (Lasche nach oben aus dem Buch heraus) und noch probiert werden sollen (Lasche nach rechts aus dem Buch heraus).
Manchmal führen Sie auch ein Eigenleben. Dann verstecken sie sich hinter ihren Kollegen oder an gar unpassenden Orten. Hinterm Sofa, unterm Autositz und auf der Arbeit scheinen eben anziehende Orte für Kochbücher zu sein. Ich habe damit rein gar nichts zu tun und schwöre dieses feierlich mit überkreuzten Fingern.

Wo ich meine Schätzchen bekomme? Am liebsten kaufe ich tatsächlich bei Thalia in Vechta. Da sind die Buchhändlerinnen so nett und freundlich, ich bekomme Inspiration und meine Bestellwünsche werden „ruckizucki“ umgesetzt. Ich muss aber auch sagen, dass ich manchmal nicht umhin komme, auch im Internt zu bestellen. Bei www.langer-blomquist.de oder www.joker.de gibt`s zum Beispiel hier und da ein Schnäppchen zu schießen, das man fast nicht ablehnen kann.
Ihr seid auch auf der Suche nach Kochbüchern? Dann kann ich noch Flohmärkte und soziale Kaufhäuser zum Stöbern empfehlen. Ich gebe zum Beispiel in sozialen Kaufhäusern gerne mal ein gutes Trinkgeld, um die Institution zu unterstützen, wenn ich ein Schätzchen entdecke.
Manchmal bekomme ich auch von netten Menschen Kochbücher geschenkt. das freut mich immer besonders stark. Am meisten freue ich mich dann noch, wenn der Schenker einen Bezug zum Buch hat und mir eine kleine Widmung hinterlässt. Da schlägt das Kochbuchherz einen Moment außer Takt – positiv außer Takt natürlich.

Und während ich so schreibe, würde ich mich am liebsten in Schale werfen und auf schnellstem Weg in die Satdt fahren und ein neues Schätzchen mein Eigen nennen. In Bildern, Anekdötchen und Geschmäckern blättern. Eine Nachmachauswahl treffen. Einen angemessenen Platz im Schätzchenbestand aussuchen und Suchtbefriedigung empfinden.

Ich bin dann mal weg!

Kitch
Ich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.